Izmit (Kocaeli) - das römische Nicomedeia - ist die Hauptstadt der
gleichnamigen Provinz. Das blühende Industriezentrum liegt an der Istanbuler
Autobahn. Der restaurierte Saatci Efendi Pavillon, ein typisch osmanisches
Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, ist heute ein ethnologisches Museum.
Pismaniye, die örtliche Süßwarenspezialität, ist ein Bausch Tausender
haarfeiner Zuckerfäden. Das westlich von Izmit gelegene Hereke ist ein
bedeutendes Teppichzentrum. Die Teppiche, dank ihrer Schönheit und Qualität
von Weltruf, erzielen Spitzenpreise. Nördlich von Izmit und insbesondere in
Kerpe, Ketken und Kovanagzi an der Schwarzmeerküste locken Sandstrände und
komfortable Beherbergyngsbetriebe Scharen von Urlaubern an.
Sakarya (Adapazan), die östlich von Izmit gelegene Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist ein industriell und landwirtschaftlich bedeutender Ballungsort. Der Fluß Sakarya (Sangarius) ist die Lebensader des fruchtbaren Umlandes. In der Provinzhauptstadt beherbergt das Atatürk- und Ethnologische Museum persönliche Gegenstände des Republikgründers und regionales Kunsthandwerk. Die unter dem byzantinischen Kaiser Justinian 553 gebaute achtbögige Besköprü-Brücke spannt sich mit einer Länge von 429 Metern über den Fluß. Wenige Kilometer entfernt liegt der Sapanca-See, dessen Ufer von gemütlichen Restaurants, Hotels und Sommerhäusern gesäumt sind. Diese Ortschaft in der Tallandschaft des Saman-Berges stellt für viele Einwohner Istanbuls das ganze Jahr hindurch ein erholsames Refugium dar.
Der Arifiye-Wald auf der Hochebene von Sapanca bietet Camping- und Picknickplätze und einen sehr schönen Blick auf den See. Der Akgöl-See liegt unmittelbar hinter dem Karasu-Ferienzentrum am Schwarzen Meer in malerischer Umgebung mit komfortablen Beherbergungsbetrieben. In der Ortschaft Tarakli stehen noch viele alte Häuser. Bilecik liegt im Südosten von Iznik in dem grünen und fruchtbaren Sakarya-Flußtal. In der Altstadt befindet sich das Grabmal von Scheich Edebali, der bei der Gründung des Osmanischen Reiches eine bedeutende Rolle gespielt hat. Alljährlich im Monat September werden zu seinem Gedenken eine Feier und ein Kulturfest abgehalten. In der Nähe des Grabmals liegt die Orhan Ghazi - Moschee.
Etwas abseits von der verkehrsreichen Landstraße und 30 km entfernt von Bilecik liegt inmitten von Trauerweiden, nach denen sie auch genannt wurde, die Stadt Sögüt, die einen Abstecher lohnt. Der türkische Kayi -Nomadenstamm wurde hier seßhaft. In der Stadt befindet sich das Grabmal ihres Führers Ertugrul Bey dessen alljährlich im September gedacht wird. Weitere Sehenswürdigkeiten sind lebensgroße Standbilder von Persönlichkeiten aus der türkischen Geschichte und das ethnologische Museum.
Yalova mit der gleichnamigen Provinzhauptstadt, dem alten Helenapolis, liegt an der südlichen Marmaraküste. Der Bau der schon unter den Römern bekannten Bäder- und Ferienstadt ist später von Helena, der Mutter Kaiser Konstantin des Großen, sehr gefördert worden, weshalb sie nach ihr benannt wurde. Der Hafen von Yalova ist ein wichtiger maritimer Verkehrsknotenpunkt. Die Thermalbäder liegen im Südwesten der Stadt im Bezirk 'Termal', dem bekanntesten Bäderzentrum der Türkei. In der großzügigen Grünanlage steht die Villa Atatürk. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1929 und diente dem Republikgründer als Erholungsaufenthalt. Die Einrichtung ist noch im Original vorhanden. ( Montags und donnerstags geschlossen). Ebenfalls im Termal-Bezirk liegt der Panorama-Hügel, von dem aus man einen umfassenden Rundblick auf die ganze Gegend hat. In der Nähe von Yalova liegt das Dorf Samanli mit dem Karaca-Arboritum, das sonntags von 12 - 18 Uhr besichtigt werden kann. Cinarcik, 17 km westlich von Yalova, ist ein großer Ferienort mit gepflegten Stranden und modernen Ferienanlagen.
Iznik (Nicaea) liegt am Ostrand des
Iznik-Sees
südlich von Izmit. Die einst bedeutende römische und später byzantinische
Stadt wurde 1078 von den Seldschuken und 1331 von den Osmanen erobert. Sie ist
bis heute nicht wesentlich über ihre römischen Stadtmauern mit den vier Toren
hinausgewachsen. Im Stadtzentrum steht die Ruine der St. Sophien-Kathedrale, in
der 325 n.Chr. das Erste Ökumenische Konzil stattgefunden hat. Im 16. und 17.
Jh. war Iznik ein bedeutendes Keramikzentrum.
Iznikkacheln haben bei der Verkleidung der Innen- und Außenwände Moscheen, Türben und Palästen immer eine große Rolle gespielt. Im Stadtmuseum sind Funde aus den in der Umgebung durchgeführten Ausgrabungen ausgestellt. Ein Besuch der beiden bedeutendsten islamischen Bauwerke der Stadt, dem Nilüfer Hatund Imareti (Moscheenkomplex) und der Yesil-Moschee sollte nicht versäumt werden. Sympathische Fischrestaurants am Seeufer sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.
Yenisehir, 40 km nordöstlich von Bursa entfernt, wartet mit zahlreichen alten türkischen Häusern auf, darunter der Semaki Konak (Herrenhaus ) aus dem 18. Jh. - heute ein ethnologisches Museum. Die Stadt Bursa im Südosten des Marmarameeres liegt an den Ausläufern des Uludag (Olympos von Mysia, 2443 m). Die Stadt leitet ihren Namen ab von Prussias, dem König Bithyniens. Sie kam zunächst unter römische, dann unter byzantinische Herrschaft, bis sie 1326 von Orhan Ghazi, dem Sohn des Reichsgründers Osman, eingenommen und zur ersten Hauptstadt des Osmanischen Reiches deklariert wurde. Ein Großteil bedeutender osmanischer Bauwerke aus jener Zeit steht heute noch.
Liebevoll "Grünes Bursa" gennannt, ist die Stadt, reich an Gärten und Parkanlagen, in einer fruchtbaren Ebene gelegen. Bedeutend ist der Obstanbau. Bursa genoß und genießt heute noch einen guten Ruf als Produktions- und Handelszentrum von Seide und Frottiertuch sowie als Thermalbäderzentrum.
Unbedingt koste man das Iskender-Kebab, eine
örtliche Spezialität aus gebratenen Fleischstücken auf Fladenbrot, das mit
Tomatensauce, geschmolzener Butter und Joghurt übergossen wird. Eine weitere
örtliche Köstlichkeit sind kandierte Maronen. Eine Stadtrundfahrt sollte mit
einen Besuch der Yesil Türbe (Grünes Grabmal) im Ostteil der Stadt beginnen.
Sie steht in einem Garten, ist bekannt für ihre Ausschmückung mit Kacheln von
erlesener Schönheit und beherbergt das ebenfalls mit Kacheln geschmückte
Grabmal von Sultan Mehmet, Celebi I. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite
vermittelt die Yesil Moschee aus dem Jahre 1424 neuosmanische Bauästhetik und
erlaubt einen Vergleich mit der seldschukischen. Der Gebäudekomplex umfaßt
auch eine Medresse, in der das ethnologische Museum untergebracht ist.
Vielleicht sollte man, bevor man die Besichtigung fortsetzt, sich ein Glas Tee
in einem der zahlreichen alten Teehäuser gönnen. Weiter bergauf kommt man in
östlicher Richtung an der Emir Sultan Moschee vorbei, und nach einem
Spaziergang im Allen Viertel gelangt man zu der Sultan Yüdirftn Beyazid-Moschee
aus dem Jahre 1391. Weited geht es zum Platz der Republik und zu/
Atatürk-Straße, an der zwischen Blumenbeeten und Springbrunnen Straßencafes
zur Rast einladen. In Koza-Han, einem Gebäude am Koza-Park aus dem Jahre 1490,
wird der Seidenhandel abgewickelt. Als nächstes folgt das Basargebäude mit
seinen engen, winkligen Gassen, dann die Karawanserei und der
Antiquitätenmarkt. Am anderen Ende des Koza-Parkes steht die Orhan Ghazi
Moschee aus dem Jahre 1413. Die in der Nähe gelegene Ulu-Moschee wurde irri
seldschukischen Stil errichtet. Eine Gebetsnische aus Walnußholz und exquisite
Kalligraphien schmücken die Moschee. Der Brunnen für die rituelle Waschung
befindet sich nicht wie sonst üblich im Hof, sondern im Inneren der von zwanzig
Kuppeln überdeckten Moschee.
Wandert man von der Ulu-Moschee in westlicher
Richtung weiter, kommt man in das malerische Stadtviertel Hisar, In einem
hochgelegenen Park, von dem aus man auf die Bursa-Ebene blickt, stehen die
Grabmäler von Osman, dem Gründer des Osmanischen Reiches und seinem Sohn Orhan
Gazi, der das Heer befehligte, das Bursa eroberte. Cafes in Tophane laden ein.
In der nahegelegenen 'Ressamlar Sokagi' (Straße der Maler) arbeiten lokale
Künstler unter freiem Himmel. Von den Teegärten im Yildiz-Park im Stadtviertel Muradiye hat man
einen prächtigen Blickauf den Muradiye Komplex. In einer parkähnlichen
Grünanlage gelegen ist er im selben Stil wie die Yesil Moschee im Jahre 1426
unter Sultan Murat II. erbaut und beinhaltet die Grabmäler des Bauherrn und
seiner Söhne Cem und Kronprinz Mustafa. Das nahegelegene Osmanische Hausmuseum
in einem restaurierten Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert gestattet Einblick in
die Lebensweise jener Zeit. Zu den weiteren Sehenswürdigkeilen zählt der
Kulturpark mit dem archäologischen Museum von Bursa und das Atatürkmuseum auf
dem Wege nach Cekirge. Die im Westen gelegene Vorstadt Cekirge war schon in
römischer Zeit für ihre mineralhaitigen Thermalquellen bekannt. Heute
verfügen mehrere moderne Hotels über Thermalbäder, doch sollte man auch unbedingt die alten Badehäuser besichtigen. Das Yeni Hamam
(Neues Bad) wurde 1552 unter Rüstern Pascha, dem Großwesir von Sultan Suleiman
dem Prächtigen erbaut. DasEski Hamam (Altes Bad) ist über den byzantinischen
Bädern errichtet worden und das älteste der Stadt. Das besteThermalwasser wird
dem Karamustafa Pascha-Heilbad zugeschrieben. Zu den sehenswerten Bauwerken in
Cekirge gehören die Moschee und die Grabmäler von Murat I. sowie Suleiman
Celebi, einem Dichter religiöser Werke. Das Karagöz-Denkmal erinnert an eine
bekannte türkische Schattenspielfigur.
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