Provence Côte d'Azur - Salto ins Paradies der Stille
Yann Truchot erwartet seine Passagiere bereits auf dem Deck der Iliade, die von den Frioul-Inseln in der Bucht von Marseille ankert. Taucherbrille, Flossen, Sauerstoffflasche und der Bleigürtel liegen auch schon parat. Das Taucherparadies eröffnet sich schon ein paar Meter unter der spiegelnden Wasseroberfläche. Zwar ist aller Anfang schwer, doch die Leichtigkeit des Seins stellt sich ganz schnell ein. In der Tiefe tauchen vor der Brille leuchtend bunte Fische auf, eine Scholle schreckt aus dem sandigen Grund auf, in die Felsen haben sich Seeigel gekrallt, majestätisch zieht ein Schwarm silberner Wolfsbarsche vorbei. Kennen Sie die Inseln vor Marseille? Das gilt seit 1992 selbst für den Planier, den 70 Meter hohen Leuchtturm 15 Kilometer draußen auf hoher See. Das 200 Meter lange, knapp 100 Meter breite Stück Felsen im Meer ist heute das klassische Ziel für Tauchschiffe wie Jean-Michel Icards Plaisirs de la Mer. Mit dem bloßen Auge vom Ufer aus zu sehen ist dort der Bug des Chaouen, eines marokkanischen Frachtschiffes, das 1971 gesunken ist. Die Schiffsschraube in 33 Metern Tiefe ist heute ein Nest für blaue und rote Korallenformationen. Nur ein paar Meter weiter, aber schon in 45 Metern Tiefe, liegt vor dem Planier ein deutsches Messerschmitt-Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Rücken.
Seitdem sind zwei weitere Frachter aus der Antike entdeckt worden, die zwischen der Riou-Hauptinsel und dem Kontinent gesunken waren. Das zerklüftete Eiland war vor der Gründung Marseilles vor 2600 Jahren schon besiedelt. Heute ist die Insel menschenleer und steht unter Naturschutz. Eine Garantie dafür, dass unter Wasser die Welt noch in Ordnung bleibt - auch wenn zum Eintritt ins Taucherparadies manchmal ein Salto gefordert ist. Quelle: Französisches Fremdenverkehrsamt
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