Die Ardennen

Wo liegen die Ardennen?
Das Département Ardennen gehört zur Region Champagne-Ardennen. Es liegt im Nordosten Frankreichs an der belgischen Grenze. Im Norden wird die Landschaft durch die ausgedehnten Wälder des Ardennenmassivs und das Tal der Maas bestimmt, im Süden durch weite, fruchtbare Ebenen. Die Hauptstadt des Départements ist Charleville-Méziéres.

Natur und Landschaft
Das legendäre Ardennenmassiv ist nur eine Seite der vielfältigen Naturlandschaft der Ardennen. Weniger bekannt, aber eine Entdeckungsreise wert, sind die sanften Wiesen- und Hügellandschaften der Thiérache, der Argonner Wald im Südwesten oder das rustikale Porcien.

Sport und Freizeit
Ob Wandern, Rad fahren oder Reiten - auf kaum berührten Wegen durch die Ardennen zu streifen ist ein Abenteuer der besonderen Art. Ein Kontrastprogramm zum Entspannen: auf der Maas im Hausboot den Charme der Langsamkeit entdecken.

Routen und Touren
Viele Wege führen nicht nur in, sondern auch durch die Ardennen. Begeben Sie sich auf die Fährte der Dichterfreunde Rimbaud und Verlaine oder tauchen Sie ein in eine Welt der Mythen und Legenden. Für Kenner und Kulturfreunde - die Straße der Wehrkirchen.

Stadtleben
In der Doppelhauptstadt Charleville-Méziéres schlagen zwei Herzen: das alte gediegene Méziéres und die quirlige Handelsstadt Charleville. Der Name Sedan steht für Kriegsgeschichte, aber wissen Sie, dass hier auch das Teppichweben Tradition hat?

Anreise
Die Ardennen sind von Deutschland aus über Belgien oder Luxemburg sehr gut zu erreichen. Mit dem Pkw fahren Sie entweder über Köln-Aachen-Liége (Lüttich) -Namur nach Charleville-Méziéres. Oder Sie nehmen die Strecke über Frankfurt-Saarbrücken-Luxemburg-Richtung Charleville-Méziéres.

Klima
In der Region herrscht gemäßigtes Klima. Besonders schön ist das Frühjahr, wenn die Obstbäume in voller Blüte stehen. Im milden Herbst prägen weite farbige Laubwälder das Bild der Landschaft

Natur und Landschaft - Wo die Natur den Ton angibt
In den Ardennen gibt es sie noch: eine unverfälschte Naturlandschaft aus Wiesen und Wäldern, durch die sich ruhige Flußläufe ziehen. Wenn Sie in einer ursprünglichen Umgebung Ruhe und Entspannung suchen, sind Sie hier richtig. Wer als Durchreisender einen Abstecher machen möchte, findet in den Ardennen lohnenswerte Ziele.

Ein Mosaik aus Wald und Feld
Gelangt man aus Südwestlicher Richtung ins Département Ardennen, so durchquert man zunächst die flachen Kreidelandschaften der Champagne und des Porcien, einer stark landwirtschaftlich geprägten Gegend mit charakteristischen Bauernhäusern aus Strohlehm. Der Fluss Aisne bildet die natürliche Grenze zu den Vorardennen, die unmerklich in eine hügelig wiesenreiche Heckenlandschaft übergehen. Hier und da grasen Kühe an den grünen Hängen, kleine Feldwege laden ein zu einem Spaziergang in ländlicher Idylle. Die winzigen Dörfer sind stolz auf ihre Eigenständigkeit: Das kleinste zählt gerade einmal 24 Einwohner. In äußersten Nordwesten erstreckt sich das Gebiet der Thiérache, im Osten der Argonner Wald. Das Herzstück der Ardennen verbirgt sich hinter den Biegungen von Maas und Semoy, dicht an die belgische Grenze gedrängt: das bis zu 500m hohe Ardennenmassiv.

In der Tiefe des Waldes
Die Bezeichnung " Ardennen" stammt aus dem Keltischen und bedeutet "tiefer Wald". Nicht weniger als drei Viertel des Gebiets um Maas und Semoy sind mit Laub- und Nadelwäldern bedeckt. Auch wenn heute längst keine Schmuggler mehr Tabak über die Grenze bringen, die Schieferbrüche stillliegen und sich die Holzfäller rar machen, taucht der Betrachter mit etwas Phantasie in die Vergangenheit ein. Links und rechts des Maasmäanders ist der Geist der Köhler noch zu spüren, die in ihren Meilern mühevoll Holzkohle herstellten. Auf der herbstlichen Suche nach Steinpilzen und Pfifferlingen hört man Äste knacken und Laub rascheln, ein Geräusch, welches von den Fußtritten der Forstarbeiter herrührt. Endlose Farnteppiche scheinen den Wald undurchdringbar zu machen. Ein heute noch anzutreffender Waldbewohner ist das Wildschwein, gleichzeitig Symbol des Départements. Mit etwas Glück erhaschen Sie in der Abenddämmerung einen Blick auf eine Wildschweinfamilie, ein Reh oder einen Fuchs.

Im Lande Maugis'
Mystische Stille und verwunschene Steinformationen haben den Charakter dieses Landstrichs geprägt und zu Legenden um Teufel, Feen und Trolle angeregt. Unter dem Puddingstein der Hermitage in Château-Regnault ist der Zauberer Maugis zu Hause. Ob es wohl seinen Zauberkräften zu verdanken war, dass die vier Haimonsbrüder ("les quatre fils Aymon") auf ihrem Wunderross Bayard Karl den Großen erfolgreich in die Flucht schlugen? In Gestalt von vier Gesteinszacken leben sie auf der Anhöhe fort. In Roc-La-Tour, hoch über der Semoy, zeugen mächtige Felstürme von teuflischem Schaffen. Ein verarmter Edelmann hatte dem Teufel seine Seele versprochen, sollte es diesem gelingen, ihm in einer einzigen Nacht ein Schloss für seine Angebetete zu errichten. Doch der Hahn krähte noch vor dem Morgengrauen und der Teufel verlor die Wette. Daraufhin zerstampfte dieser wutentbrannt und voller Zorn sein Werk. Heute gehören die bizarren Steinblöcke ganz den Menschen: An den steilen Wänden stellen Kletterer ihr Können unter Beweis, für weniger Wagemutige empfiehlt sich ein Abstieg hinab ins Tal der Semoy, der schöne Ausblicke freigibt.

Kleine Naturkunde auf dem Plateau
Eine abgeschiedene Welt offenbart sich dem Besucher auf der 400 Meter hohen Ebene von Rocroi. Eine außergewöhnliche und seltene Flora hat sich in dem Hochmoorgebiet entwickelt. Auf sumpfigem Boden gedeihen Enzian und Arnica neben Heidekraut und Ginster. Genießen Sie im Frühjahr die in der Blüte des Ginsters erstrahlende Landschaft, dessen kräftiges Gelb einen lebhaften Kontrast zum Grau des Schiefergesteins bildet. Aus Ginsterzweigen war einst das Dach der Hütten gemacht, das widerstandsfähige Material wurde sogar für die Herstellung von Besen verwendet. Vielleicht erspähen Sie auch eine fleischfressende Drosera-Pflanze, in deren Fangarme jedoch höchstens harmlose Insekten geraten. Im Juli können Sie außer Blumen am feucht-weichen Wegesrand auch schwarze und dunkelblaue Heidelbeeren pflücken. So manche Beere landete zu leckerer Konfitüre verarbeitet im Marmeladenglas.

Von Flüssen und Fischen
Die Flussläufe von Maas, Aisne, Chiers oder die Kanäle der Ardennen sind wahre Paradiese für die Petrijünger. Insgesamt sind es 3470 Kilometer, an denen der Gelegenheitsangler oder "Profi" seine Angel nach Forellen , Hechten oder Zandern auswerfen kann. Dass sich hier so zahlreiche Fische tummeln, hängt mit dem klaren, sauberen Wasser der Flüsse zusammen. Die in vielen Mäandern gewundenen Wasserläufe bilden ein reizvolles Panorama, nicht nur für den Angelfreund. Von Menschenhand geschaffen, aber ein mindestens so ergiebiges Revier sind die Seen der Ardennen. Idyllisch im Ardenner Wald gelegen ist der Lac des Vieilles-Forges, inmitten der weiten Flur der Vorardennen erstreckt sich der Lac de Bairon bei Le Chesne.

Tips:

Waldmuseum
Im Waldmuseum (Musèe de la Forèt) bei Renwez, am Südrand des Ardenner Waldes, erfahren Sie auf elf Hektar Gelände, wie die Menschen im Wald einst ihr Brot verdienten. Die Arbeit von Holzfällern, Forstarbeitern, Köhlern und Flößern wird mit Holzpuppen anschaulich dargestellt. Originalwerkzeuge dokumentieren die einzelnen Arbeitsgänge vom Einschlag der Bäume über den Transport der Holzstämme bis zur Verarbeitung im Sägewerk.

Anglerpässe
(Tageskarte oder Ferienpass für 14 Tage) erhalten Sie bei dem Verein Fédération des Ardennes pour la péche et la protection du millieu aquatique, 34 av. Charles de Gaulle, 0800 Charleville-Méziéres..
Tél.: 0324564132,
Fax: 0324593111

Woinic, das Wildschwein
Das einzige Wildschwein mit eigener Postadresse heißt Woinic und lebt in der rue de la Vellée Nr. 6 in Bogny-sur-Meuse bei Monthermé. Es ist 8,50 Meter hoch, 14 Meter lang und bringt 50 Tonnen auf die Waage. Das Riesenschwein ist allerdings nicht aus Fleisch und Blut, sondern anatomisch gesehen eine Gebilde aus unzähligen zusammengeschweißten Metallplatten. Sein geistiger Vater ist Eric Sléziak, der dieses freundliche Ungetüm in mehr als zehnjähriger Arbeit schuf. Die hohe Lagerhalle, die Woinic als Domizil dient, ist gleichzeitig Atelier und Ausstellungsraum: Metallene Ritterfiguren und Tiergestalten zeugen von der Phantasie des Künstlers, Pressedokumentationen lassen die Entstehung des Borstentiers Revue passieren. Die Physiognomie von Woitic beeindruckt vor allem die Kinder: auf bunten Bildern haben die kleinen Fans das Wahrzeichen der Ardennen verewigt. Die neuste Vision von Eric: ein gigantischer Fußballspieler zu Ehren der Sedaner Equipe...

Quelle: Fremdenverkehrsamt Frankreich